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‚ÄčARCH. WERNER TSCHOLL

WERNER TSCHOLL

Architekt Werner Tscholl (*1955 in Latsch, Südtirol) gilt als wichtiger Protagonist in der Architektur des Alpenraums. Viele seiner Projekte haben für internationales Aufsehen gesorgt. Neben der Erlangung zahlreicher Archtiketurpreise wurde er im Jahr 2016 zu “Italiens Architekt des Jahres” gekührt.
Werner Tscholl – „Wer im Glashaus sitzt“
 
Architekt Werner Tscholl (*1955 in Latsch, Südtirol) gilt als wichtiger Protagonist in der Architektur des Alpenraums. Viele seiner Projekte haben für internationales Aufsehen gesorgt. Neben der Erlangung zahlreicher Architekturpreise wurde er im Jahr 2016 zu “Italiens Architekt des Jahres” gekührt. An einer Vielzahl seiner Projekte durfte die Metall Ritten GmbH Schlosser- und Fassadenarbeiten ausführen.
 
Fassaden, also Gebäudehüllen, sind jene Elemente eines Gebäudes, welche auf visueller Ebene mit der Umgebung - sei es mit der Landschaft als auch mit Nachbargebäuden - interagieren.
 
Werner Tscholl zeigt anhand einiger der von ihm umgesetzten Projekte, wie wichtig es ist, bei der Fassadenplanung Wirkung und Muster der umgebenden Landschaft und Architektur zu lesen, und diese auf zeitgemäße Weise und unter Anwendung modernster Standards in den Bau einfließen zu lassen. So ist für ihn die Herangehensweise mehr als schlüssig, in rationale Landschaften, Gebäude mit rationaler, auf das wesentliche reduzierter Formensprache zu setzen. Sein Credo „Form follows landscape“ macht er im Vinschgau am Beispiel des Schülerheims Fürstenburg in Burgeis deutlich. In naher Umgebung des Gebäudes liegen das Kloster Marienberg und der Widum, welche das architektonische Landschaftsbild mit ihren weißen Fassaden und im Kontrast dazu nahezu schwarz wirkenden Fensterflächen dominieren. Das Ergebnis der Abstraktion dieser schwarz-weiß Wirkung ist ein Strichcode, der als Ausgangspunkt für die Gestaltung der Fassade des Schülerheims fungiert.
Weiter im Süden Südtirols wird die Landschaft weniger rational, erscheint temperamentvoller, verspielter. Dies spiegelt sich auch in Tscholls Architektur wider. Die Fassade der Kellerei Tramin zum Beispiel nimmt die Formensprachen einer Weinrebe auf. Aber nicht nur über die Aussenwirkung von Fassaden spricht Tscholl in seinem Vortrag. Hüllen seien auch für Wertvolle Gegenstände wie Ausstellungsstücke in Museen wichtig. 
Zuletzt wendet Werner Tscholl noch seinen Blick auf die Innenseite von Gebäudehüllen. Neben der Wirkung nach außen trägt eine Fassade auch maßgebliche Wirkungen in das Innere der Gebäude. Hier hat sich im Laufe des häuslichen Lebens am meisten verändert. Wo früher Häuser den Menschen hauptsächlich Schutz und ein Gefühl der Verborgenheit vermittelten, hat sich das Erleben von Sicherheit in der heutigen Zeit stark gewandelt. Der Trend richtet sich stark in Richtung Öffnung nach außen hin. „Wer im Glashaus sitzt, der kann hinausschauen, die Natur genießen und ein Teil davon werden“, so Tscholl.